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Lebensthemen

Dieses Märchen ist voller Lebensweisheiten, mit denen die Leser oder Zuhörer im Alltag ihr Bewusstsein schärfen und weiterentwickeln können. Das Märchen greift viele Themen des Menschseins auf, unabhängig vom Glauben und der Herkunft. Jedes Kapitel ist zudem einer „Tugend“ gewidmet. Diese Tugenden vereint und im Alltag angewendet führen aus der der Sicht und der Erfahrung des Autors auf den Weg zu einem glücklichen, friedvollen Leben. Kurze Zitate aus dem Märchen deuten diese Weisheiten und Tugenden an.

Kapitel 1

Abschied und Loslassen

Es ist unser Abschied, hab auch Trauer in mir,
denn es war so schön zusammen mit dir.
Und trotzdem darfst du jetzt ganz frei von mir sein.
Im Herzen verbunden und niemals allein.

Die Geburt des Egos

Ein goldenes Küken taumelte nun vor seinen Augen aus seinem Nest und schien sich ahnungslos in die Tiefe stürzen zu wollen. „Was tust du da, goldenes Vögelchen?“, fragte Mukunda, fing es im letzten Moment mit seinen kleinen, schmutzigen Händen auf und legte es behutsam in das weisse Halsband, das er um seinen Bauch trug.

Kapitel 2

Geduld und Mut

Denn schon von Arman, dem Gärtner, wusste er: Eine Pflanze wächst so schnell, wie sie eben wächst. Es braucht alles seine Zeit. Da kann der Mensch nichts dagegen ausrichten. Diese Weisheit wohnte nun noch tiefer in seinem Herzen.

Und übrigens: Die Schriftrolle solltest du bald einmal lesen, lieber Mukunda. Du verstehst dann alles besser. Nur Mut!“, waren Dhritis letzte Worte, die von einem liebevollen Lächeln begleitet waren.

Kapitel 3

Innere Ruhe und die Bedeutung von Visionen

"Wer zu viel spricht, hat weniger Zeit zum Denken", besagt ein indisches Sprichwort. Ich sehe schon, du musst lernen, in der Ruhe zu bleiben. Deshalb hast du mich kennengelernt. Denn die Ruhe zu bewahren ist meine Stärke.“

Dann sprach Sudhira über eine Stunde lang kein Wort mehr. Sie sass im Lotussitz und mit geschlossenen Augen neben Mukunda auf dem Boden. Egal, wie sehr der verwunderte Mukunda sie zum Sprechen bringen wollte – es war unmöglich. Es schien, als sei Sudhira in einer anderen Welt und höre ihn von dort aus nicht. Doch auf einmal öffnete sie ihre Augen und sprach in vollkommener Ruhe: „Wir müssen zu den Räubern zurück, und alles andere wird sich fügen!

Kapitel 4

Weisheit und Wahrheit

„Wissen und Unwissen“, antwortete der Brahmane bedachtsam, „darüber wirst du von mir lernen. Ich kann weder zaubern noch Musik machen. Ich bin ein Sammler des alten Wissens oder besser der Hüter dreier Weisheiten, die aus den 999 Büchern stammen. Also kann ich dir zeigen, was Weisheit ist und wo sie für uns Menschen aufhört. Morgen früh fangen wir damit an, entlang der Weisheit ins Unwissen zu reisen.

Es gibt nur eine einzige Wahrheit, nämlich die, dass es für uns Menschen keine Wahrheit gibt.“

Kapitel 5

Der Glaube an das Unglaubliche

Manchmal erschien ihm kurz nach dem Einschlafen im Traum der geheimnisvolle goldene Vogel. Nach solchen Nächten war Mukunda wieder klar, wie wichtig er war und was für eine ehrenvolle Aufgabe er hatte. Und nur er, der Auserwählte, konnte Nanda finden.

Doch da er lernte, geduldig zu sein und Ruhe zu bewahren, drängte er Vinayak nicht, ihm mehr über die Macht des Glaubens und das Geheimnis um den Wanderstab zu verraten.

„Der Glaube ist etwas Wunderbares, Wertvolles, Mächtiges! Doch glaube stets an das Gute, an das Leben, an die Liebe, an deinen Erfolg, an dein Glück und an deine Gesundheit.

Kapitel 6

Die Macht der Musik

Am Nachmittag ging es weiter mit dem Spielen der magischen Flöte. „Eine Flöte musst du besiegen, beherrschen, zähmen wie ein wildes Pferd. Sie ist widerspenstig und will sich dir nicht ohne Kampf hergeben. Gewisse Flöten lassen sich nicht bezwingen, andere lassen es nur bei ihrem Besitzer zu“, erklärte Antara Mukunda, nachdem er es anfangs einfach nicht schaffte, der Flöte auch nur einen einzigen Ton zu entlocken.

Doch ihm flogen auch eigene, noch nie gespielte Melodien zu. Eine davon war etwas ganz Besonderes. Denn wenn er sie spielte, zogen feine, weisse Nebelschwaden auf und umhüllten ihn. Darüber staunten die Menschen und konnten nicht mehr wegsehen.

Kapitel 7

Die Macht der inneren und äusseren Stärke

Es ist die Sprache des Herzens, die du nun von mir lernen wirst. Sie kommt ohne Worte aus und dient einem höheren Zweck. Sie wird dir eine solch grosse Kraft verleihen, dass du dich in Zukunft vor nichts und niemandem zu fürchten brauchst. Stell dir vor: Ein angstfreies Leben wartet auf dich!“

Als der Elefant schon fast bei ihm war, sprang Gajendra hinter dem Stein hervor und stellte sich breitbeinig vor Mukunda hin. Von hinten konnte Mukunda sehen, dass Gajendra eine Hand nach vorn streckte und den Kopf zum Boden neigte. Gleichzeitig schrie er aus voller Kehle: „BEI GANESHAS WEISHEIT UND STÄRKE – BLEIB STEHEN!

Kapitel 8

Das Glück der Einsamkeit

Er hatte einen mittellangen Bart, der so ungeschnitten nicht gerade gepflegt aussah. Doch das störte Mukunda überhaupt nicht. Aber er fühlte sich sehr einsam. Noch nie war er auf seiner Reise so lange allein gewesen. Jeder Mensch, der ihm begegnete, liess Hoffnung in ihm aufkeimen. Die Hoffnung nämlich, er wäre ihm vom weissen Tiger geschickt worden. Doch alle gingen nach einem freundlichen „Namaste“ und einer Verneigung an ihm vorbei.

Und eines Tages werde ich den inneren Frieden finden. Werde ich alle Gedanken, die es gibt, gedacht haben. Werden es meine Fragen nicht mehr wert sein, nach Antworten zu verlangen. Dann wird in meinem Kopf Stille sein und ich werde nur noch die Stimme meines Herzens hören. Und dann endlich werde ich meinen Frieden haben.

Die Gesetze des Gebens und Nehmens

„Junge Menschen geben oft nur, um selbst etwas zu bekommen. Sie geben oft nur für eine Gegenleistung. Es fehlt ihnen an Reife, Weisheit und Vertrauen. Selbst in der Liebe ist das so. Sie geben nur, wenn sie auch bekommen. Aber das ist für junge Menschen schon richtig so, denn das treibt sie an, etwas zu wagen, zu verändern, dabei wichtige Erfahrungen zu machen und dazu zu lernen. Der Sinn des Lebens! Alte Menschen haben vieles erlebt, wissen, wie unwichtig alles Materielle und wie wichtig die Liebe ist. Die Liebe ist das einzig Wichtige im Leben. Nur wer die heiligen Gesetze des Gebens und Nehmens kennt, kann wahrhaftig lieben.

Kapitel 9

Die Kraft der Verantwortung

„Nun hast du es verstanden“, sagte Uma plötzlich ganz sanft. „Jetzt hast du etwas ganz Wichtiges gelernt. Du kannst andere Menschen nicht glücklich machen. Vielleicht kannst du ihnen Geld geben oder ihnen sogar ein freies Leben schenken, wenn sie aber im Herzen unglücklich sind und sich nicht auf das Glück zubewegen wollen, bist du mit all deinen Geschenken, Fähigkeiten und mit deiner Liebe machtlos.“

Menschen tragen für ihre Entscheidungen und Ergebnisse die absolute, uneingeschränkte Verantwortung. Denn Verantwortung ist der Treibstoff des Lernens. Niemand anders ist schuld. Niemand ist sein Leben lang ein Opfer von Entscheidungen anderer. Jeder hat die Macht, sein Leben von einem bestimmten Zeitpunkt an in die Hand zu nehmen und die gewünschten Ergebnisse zu erzeugen. Es ist eine Frage des Willens.

Kapitel 10

Das Wissen um die Unsterblichkeit

„Was geht hier vor?“, rief Mukunda überrascht. „Ich verstehe überhaupt nichts mehr.“

„Was hier vorgeht? Es ist die Lehre der Unsterblichkeit. Ich kann alle Formen und Farben annehmen“, fuhr der Fischreiher fort. Ich kann als Mensch, Tier, Baum, Grashalm und sogar als Wind hierherkommen und mein Leben leben. Alles lebt durch mich. Auch du! Einmal war ich in einer Ziege, dann bewohnte ich einen Baum und jetzt bin ich im Körper eines Fischreihers. Ich kann auch viele Dinge gleichzeitig sein oder auch nichts. Aber immer BIN ICH. Ich bin reine Energie. Für immer unsterblich, so wie du es auch bist.“

Wenn du mich suchst, findest du mich immer. Findest du den Weg zu deinem Herzen, findest du mich. Verbinde dein Herz mit dem Herz der anderen, denn auch da bin ich.

Kapitel 11

Die Macht der Liebe

Und schon wieder durchfuhr sie dieses intensive Gefühl auf eine ganz seltsame, aber wohltuende Weise. Es war eine Kraft, die aus ihrem Bauch herausströmte, ihr Herz erwärmte und ihr ebenfalls ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Und während sie schweigend nebeneinander die Stadt verliessen, nahm sie plötzlich seine Hand. Mukunda schaute sie dankbar und liebevoll lächelnd an.

„Spürst du es auch?“, fragte er Nanda.

„Ja“, war ihre kurze, aber tief bewegende Antwort.

Das Recht auf einen freien Willen

„In uns allen liegt eine unbändige Kraft. Es ist die Kraft der Seele. Diese Kraft ist sehr mächtig. Sie beinhaltet den freien Willen eines Menschen und die Macht des Entscheidens.

Mukunda setzte sich auf den Boden. Der FREIE WILLE also! Daran hatte er nie gedacht. Das musste er erst einmal verkraften. Er hatte die lange Reise gemacht, ohne zu wissen, dass die Möglichkeit bestand, dass Nanda am Ende gar nicht mitkommt. Nie hatte er sich auch nur einen kurzen Moment lang überlegt, dass es möglich wäre, dass Nanda gar nicht zurück nach Hause wollte.

Kapitel 12

Ausgleich und Gerechtigkeit

Und so macht niemand je einen Fehler in seinem Leben. Jeder tut immer nur sein Bestes. Auch wenn die Bemühungen manchmal voller versteckter Verzweiflung sind, niemand will wirklich etwas Schlechtes tun. Jeder glaubt, im Moment der Entscheidung das Richtige für sich zu tun. Jeder ist in seinem Herzen gut. Jeder ist in seiner Seele voller Liebe.

Möge jeder Mensch den Weg zu sich selbst finden und in seinem Innern die unendliche Kraft der Liebe entdecken. Und möge er sie dann mit allen Menschen teilen.

अंधों के बीच में काना राजा

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